Die Stimmung im Wohnzimmer ist sehr gespannt. Die Mutter sitzt mit Stift und Lottoquittung am Tisch, und auch der Vater vergisst, vor lauter Anspannung, von seinem Feierabendbier zu trinken. Die Kinder müssen in dieser Zeit leise sein, denn schließlich wollen die Eltern jeden Ton hören. Schon kündigt die sympathische Lottofee die baldige Ziehung der Zahlen an, und schon beginnt die erste Kugel zu rollen. In den meisten Fällen wird man sich als Lottospieler mit dem Traum, der wieder einmal zerplatzt ist, abfinden müssen. Im besten Fall hat man einen Kleingewinn eingeheimst, der aber wenigstens den nächsten Lottoschein abdeckt. Manchmal ist es aber auch der Fall, dass sich Treffer an Treffer reiht, und auch die Superzahl noch stimmt. Jede Kugel, die fällt, wird ungläubig bestaunt, man kann es kaum fassen, doch auch, wenn man es im Moment kaum fassen kann, es ist Tatsache: Man hat im Lotto gewonnen. Der Jubel ist grenzenlos, Tränen der Freude fließen.
Ganz sicher ist eines: Das Leben hat sich seit dieser Minute verändert, und zwar nicht zu knapp. Allerdings sollte man sich nicht hinreißen lassen, leichtsinnig zu werden, auch wenn nun die Erfüllung einiger Träume nicht mehr lange auf sich warten lässt. Zunächst darf man keine überstürzten Kredite aufnehmen, bis man das Geld auch in Händen hält. Den Gebrauchtwagen jetzt schon gegen einen flotten Sportwagen auszutauschen wäre übereilt. Besser ist es, den Gewinn erst einmal für sich zu behalten, und mit seiner Bank oder einem Finanzberater zu bereden, wie man anlegt, investiert und ausgibt. Sicherlich spricht dann nichts dagegen, wenn man sich den einen oder anderen kleineren oder auch größeren Wunsch, wie zum Beispiel ein eigenes Haus, erfüllt.
Leichtsinnig zu werden, nachdem man im Lotto gewonnen hat, endet meistens damit, dass der Gewinn verbraucht ist, so schnell, wie er ins Haus geflattert ist. Party machen, Luxus Leben und das Geld verprassen ist nicht sinnvoll, auch wenn es sich beim Gewinn um einen Jackpot in mehrstelliger Millionenhöhe gehandelt hat. Es ist viel klüger, sich etwas einzuschränken, und sich darauf zu verlassen, dass man von den Zinsen, die der Gewinn abwirft, ein sehr angenehmes Leben führen kann.
Es ist auch nicht unbedingt gut, wenn man seine Arbeitsstelle kündigt. Schon deswegen, weil ein wesentlicher Bestandteil im Leben fehlt, und Langeweile die Folge sein kann. Irgendwann wird der Gewinn langweilig, und der Job fehlt. Auch wenn man nicht mehr auf das Gehalt angewiesen ist, kann man den Job zwar einschränken, sollte ihn aber nicht aufgeben. Nicht viele Menschen müssen sich über diese Situation jemals wirklich Gedanken machen.
